Im Gambia könnte das Verbot von FGM/C aufgehoben werden

In Gambia droht die Aufhebung des erst 2015 eingeführten Verbots von FGM/C. Ausgelöst wurde die Debatte durch die erstmalige Anwendung des Gesetzes: Drei Frauen waren zu einer Geldstrafe oder einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil sie an acht kleinen Mädchen Genitalbeschneidungen vorgenommen hatten. Das Urteil sorgte für grosses Aufsehen. Seit Anfang März wird nun über einen Gesetzentwurf diskutiert, der FGM/C wieder zulässt. Als Gründe werden «religiöse Reinheit» und der «Schutz kultureller Normen und Werte» genannt. Das Parlament hat den Vorschlag an einen Ausschuss überwiesen, der in den kommenden Monaten darüber beraten soll. Denise Schwegler vom Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz bezeichnet die beabsichtigte Aufhebung des Verbots bei 20 Minuten als «fatales Signal für alle betroffenen Mädchen und Frauen».


Mehr als 230 Millionen von FGM/C betroffen

Gemäss einem aktuellen Bericht des Kinderhilfswerks UNICEF sind weltweit über 230 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalbeschneidung (FGM/C) betroffen. Das sind 15 Prozent mehr als bei der letzten Schätzung im Jahr 2016, als die Zahl der Betroffenen noch bei 200 Millionen Mädchen und Frauen lag.

Die Daten zeigen, dass die Fortschritte zur Beendigung von weiblicher Genitalbeschneidung viel zu langsam sind und hinter dem Bevölkerungswachstum zurückbleiben. Umso wichtiger ist das gemeinsame Engagement gegen FGM/C und für die betroffenen und gefährdeten Mädchen und Frauen.


FGMhelp: Interview in der Zeitschrift «annabelle» 

Die neue Anlaufstelle weibliche Genitalbeschneidung im Kanton Zürich ist auch ein Thema in der Zeitschrift «annabelle». Im grossen Interview mit Katja Theissen und Ann Schädler werden die wichtige Arbeit von FGMhelp und die Hintergründe der weiblichen Genitalbeschneidung umfassend aufgezeigt.


FGMhelp: Informationsanlass für Fachpersonen am 6. Februar 2024 

FGMhelp ist lanciert! Die Anlaufstelle weibliche Genitalbeschneidung im Kanton Zürich hat am Dienstag, 6. Februar 2024, mit einem Informationsanlass offiziell den Betrieb aufgenommen. Nach einem Grusswort von Regierungsrätin Natalie Rickli boten Sara Aduse, Botschafterin gegen weibliche Genitalbeschneidung, Simone Giger und Christine Sieber vom Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz sowie Oberärztin Dr. med. P. vom Kantonsspital Winterthur erhellende Einblicke in das wichtige Thema FGM/C. Nicole Schmid und Katja Theissen vom Stadtärztlichen Dienst informierten über die Arbeit der Anlaufstelle.

Artikel im Tages-Anzeiger
Radiobeitrag im Regionaljournal SRF (ab 03:20)
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