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Kann man eine Genitalbeschneidung rückgängig machen?

Die Genitalbeschneidung ist eine Praxis, die sich nicht vollständig rückgängig machen lässt. Aber es gibt Möglichkeiten, um Betroffenen zu helfen.

Viele betroffene Frauen stellen sich die Frage, ob eine Genitalbeschneidung rückgängig gemacht werden kann. Die kurze Antwort lautet: Nicht vollständig. Das entfernte Gewebe kann nicht wieder nachwachsen. Dennoch gibt es heute medizinische Möglichkeiten, die Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern können – je nach Art der Beschneidung und den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Form der Genitalbeschneidung und den Beschwerden ab. Nicht jede Frau benötigt einen Eingriff. Oft stehen zunächst eine sorgfältige medizinische Untersuchung und ein persönliches Beratungsgespräch im Vordergrund.

Ein operativer Eingriff ist zum Beispiel möglich, wenn eine Infibulation vorliegt. Das ist die schwerste Form der Genitalbeschneidung. Dabei wurde die Vaginalöffnung fast vollständig zugenäht. Bei der Operation – der sogenannten Defibulation – wird die verschlossene Scheidenöffnung chirurgisch geöffnet. Dieser Eingriff kann Beschwerden beim Wasserlassen, bei der Menstruation oder beim Geschlechtsverkehr lindern und ist häufig auch während einer Schwangerschaft oder vor einer Geburt sinnvoll.

Darüber hinaus gibt es rekonstruktive Eingriffe, die darauf abzielen, verbleibendes Gewebe freizulegen oder das äussere Erscheinungsbild teilweise zu verbessern. Ob eine solche Operation infrage kommt und welche Ergebnisse realistisch sind, muss immer individuell mit erfahrenen Fachpersonen besprochen werden.

 

Nicht jede Frau braucht eine Operation

Eine Operation ist nicht immer möglich, aber auch nicht die einzige Lösung. Viele Betroffene profitieren von einer ganzheitlichen Betreuung. Je nach Situation können gynäkologische Behandlung, Beckenbodenphysiotherapie, Sexualberatung oder psychologische Unterstützung helfen, Beschwerden zu lindern und das eigene Wohlbefinden zu stärken.

Gerade seelische Belastungen wie Scham, Ängste oder traumatische Erfahrungen verdienen ebenso viel Aufmerksamkeit wie körperliche Beschwerden.

 

Was sind die Erfolgsaussichten?

Die Erfolgsaussichten unterscheiden sich von Frau zu Frau. Viele Betroffene berichten nach einer geeigneten Behandlung über weniger Schmerzen, eine bessere Lebensqualität oder eine erfülltere Sexualität. Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen, dass keine Behandlung den ursprünglichen anatomischen Zustand vollständig wiederherstellen kann.

Deshalb ist eine realistische und individuelle Beratung besonders wichtig. Gemeinsam mit erfahrenen Fachpersonen, zum Beispiel mit einer Gynäkologin, können Betroffene entscheiden, welche Möglichkeiten zu ihrer persönlichen Situation passen.

 

Eine Beratung ist sinnvoll

Viele Frauen wissen nicht, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt, oder haben Mühe, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Das ist verständlich. Gleichzeitig gilt: Sie müssen mit Ihren Fragen und Sorgen nicht allein bleiben.

Als spezialisierte Beratungsstelle kann FGMhelp betroffene Frauen vertraulich informieren, medizinische Möglichkeiten erklären und bei Bedarf an geeignete Ärztinnen, Ärzte oder Therapeutinnen und Therapeuten vermitteln. Gemeinsam lässt sich herausfinden, welche Unterstützung die richtige ist.

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